Brief aus Taizé

von: am: 12. April 2011 11:12

Als Pfadfinder sind wir eine besondere Gemeinschaft. Wir sind gemeinsam unterwegs. Auf Lagern, Fahrten, bei besonderen Aktionen und im Leben. Es ist nicht nur das grüne Hemd, das uns verbindet. Manche von uns sind besonders gut befreundet, andere kennen sich gerade mal vom sehen. Trotzdem tragen wir uns gegenseitig in der Gemeinschaft.

Das Vertrauen in die Gemeinschaft und das Engagement für sie habe ich in Taizé ganz deutlich spüren dürfen. Manche Brüder können nur schwer miteinander kommunizieren, da sie aus den unterschiedlichsten Teilen dieser Erde kommen. Trotzdem verrät ihr gemeinsames Auftreten eine besondere Gemeinschaft. Sie strahlt aus!

Den Brüdern in Taizé ist ihre innere Gemeinschaft sehr wichtig. Wenn Brüder in die Kumunität eintreten versprechen sie, ihr ganzes Leben bis zum Tod auf diese Gemeinschaft und ihr Zentrum auszurichten. Das Zentrum ist Liebe! Die Liebe Gottes. Von diesem Zentrum aus lebt die Gemeinschaft. Es erfüllt sie durch und durch. So sehr, dass die Liebe der Gemeinschaft überquillt. Viele Zehntausende Jugendliche und junge Erwachsene auf der ganzen Welt werden davon angesteckt. Angesteckt davon, ein Leben für die Liebe zu leben. Für die Liebe Gottes.

Wir können die Liebe Gottes immer wieder spürbar werden lassen. Nicht in dem wir andere Menschen mit Worten überzeugen, sondern in dem wir sie leben!!
Viel zu oft wird davon geredet wie groß und weitreichend Gottes Liebe ist. Viel zu selten wird sie einfach gelebt!
Wir können Nächstenliebe prakisch werden lassen. In unserer Gemeinschaft und in unserem eigenen Leben.

Doch es ist nicht immer einfach die Liebe Gottes ausnahmslos zu leben. Es braucht Kraft. Kraft die wir tanken können z.B. in Taizé, in unserer Gemeinschaft, bei Freunden oder auch in unserer Familie. Jeden Tag werden wir von dieser Kraft zehren können. Aber wir dürfen nicht vergessen unsere Reserven immer wieder an einer Quelle aufzufüllen.
Manchmal vergesse ich meine Quelle zu besuchen… Dann wundere ich mich, warum ich mich nicht mehr für die bedingungslose Nächstenliebe begeistern kann.

Wir achten auf viele andere junge Menschen, versuchen sie auf ihrem Weg zu begleiten und stärken sie immer wieder. Wir haben Energie und Kraft dank unserer Gemeinschaft in Jesus. Aber auch wir müssen immer wieder neu auftanken! Und wir müssen uns in unserer Gemeinschaft gegenseitig an unsere Quellen erinnern. Wir müssen auf die Menschen achten, die sonst immer selbst auf andere achten.

Wir brauchen Gespräche und Zeit füreinander um Unstimmigkeiten zu klären. Wir brauchen Ruhe um zu reflektieren was wir eigentlich gerade machen und wie es mit unserer persönlichen Beziehung zu Gott und seinen Menschen steht.
Trotz oder gerade wegen der strukturellen Unruhe und dem gesellschaftlich produzierten Stress sollten wir uns selbst Raum für unser Innerstes einräumen.

Wenn wir das alles als Gemeinschaft schaffen bzw. wenn wir nur danach streben, sind wir auf einem guten Weg über unsere Gemeinschaft hinauszustrahlen.
Wir müssen endlich aufhören immer nur zu meckern was uns an der Kirche nicht gefällt. Wir müssen aufhören zu überlegen was alles besser sein könnte und wie es genau aussehen könnten.
Wir sollten lieber anfangen die Kirche bzw. die Gemeinschaft unserer Träume selbst zu bauen und sie zu leben!

Wenn ich die Liebe Gottes wirklich leben will, dann kann sie nichts sein was ich für mich behalte. Ich muss sie mir nicht auf die Stirn schreiben oder jedem auf Zetteln verteilen. Verdammt nochmal… ich muss versuchen sie zu leben! …bedingungslos und in Allem!

 

…lasst sie uns in unserer Gemeinschaft und darüber hinaus spürbar werden…

 

Gut Pfad!

minikoschi
Stammesführer