Feuer und Flamme

von: am: 7. Februar 2011 19:28

Die Waldweihnacht 2010 beginnt für mich am 16.12.(Donnerstagabend). Zusammen, mit Basti und Sven, überlegen wir einen Notfallplan für Freitag, falls Schnee und Eis zunehmen. Wir sind jedoch sehr zuversichtlich, dass wir dieses Jahr planmäßig starten, da viele auf den Schnee und damit verbundene Behinderungen eingestellt sind.

Am frühen Morgen des 17.12. geht es schließlich für einen Teil der Älteren los zum Einkaufen. Im Anschluss fahren wir zur Kreuzkirche und treffen dort weitere Teile des Vorkommandos um das nötige Material (Fackeln, Deko, Kerzen, Banner, Musikinstrumente etc.) in unsere Autos einzupacken.
Das gemeinsame Mittagessen lässt uns nochmal kurz zu Ruhe kommen, bevor wir schließlich nach Balduinstein und zum Wiesbaden HBF aufbrechen.
Gemeinsam mit Sven lasse ich den Zugverantwortlichen die letzten Informationen zukommen und leite letzte Absagen an sie weiter. Da es keine Probleme zu geben scheint, machen wir uns auch auf den Weg Richtung Balduinstein.
Trotz erhöhtem Schneefall und Glätte kommen wir heil und sicher in der Burg Balduinstein an, in der bereits die Jungs die Zimmer aufteilen.
Vor dem Abendessen eröffnen wir dann, ordentlich im Karree, endlich die Stammeswaldweihnacht. Ich freue mich, es geht jetzt richtig los!

Am Freitagabend stehen neben den letzten Späherproben noch spannende Angebote für die Jungs auf dem Programm. Ob bei den ersten Schritten auf der Gitarre, düsteren Werwolf-Spielrunden, Schneeballschlachten oder Schlitten-&Tütenfahrten, jeder Junge kann sich erstmal austoben! So vergeht der erste Abend schnell und findet seinen Abschluss in einer schönen Abendandacht von Jakob.

Doch an Schlafen war zunächst nicht zu denken. Vor dem Haus hören wir Schreie. Eine Zeremonie der Sonnenwächter wird von den Schneekönigen überfallen und die wichtige Lichtschale wird entwendet.
Fasziniert beobachten die Jungs dieses Ereignis. Theoretisch….

Zum Glück erklärt der Schamane der Sonnenwächter am nächsten Morgen nochmal genau was passiert ist, so dass wir uns am Vormittag aufmachen können um die Wärme zurück zu erobern.
Während unsere Jüngsten eine Schneeburg auf dem Berg errichten, machen sich die etwas älteren auf, um in Balduinstein nach Energie zu suchen und die Spuren der Schneekönige zu verfolgen.
Gestärkt vom Mittagessen schreiten die Jungs gemeinsam auf den Berg um dort die Burg fertigzustellen. Als sie schließlich den Berg erklimmen – Schock – die Schneekönige haben die halbfertige Burg eingenommen und sind fest entschlossen diese gegen die Jungs zu verteidigen.
Dank unglaublicher Präzision und Durchhaltevermögen gelingt es den Jungs alle Energiequellen(Fackeln) der Schneekönige auszuschalten und sie letztendlich zu besiegen. Voll Freude verkündet ein Anhänger der Sonnenwächter: „Die Sonne ist zurückerobert!!! Im neuen Jahr wird die Wärme wiederkommen, die ewige Kälte ist abgewendet!“

So feiern wir ausgelassen in den Burgabend hinein. Alle Gruppenstunden haben lustige Sketche oder Lieder vorbereitet, die Küche serviert uns leckeres Essen und die Jungs schaffen es mit ihrem Gesang die Älteren zu überstimmen. Zehn Gitarren (vier von Jungs gespielt) unterstützen unsere Stimmen gewaltig.
Ein Schweigemarsch bringt uns jedoch vor dem Höhepunkt des Burgabends nochmal zur Ruhe. Im Fackelschein können wir zehn neue Knappen und siebzehn neue Späher ernennen und freuen uns außerordentlich, dass unser Stamm nun so groß auf Bundesveranstaltungen vertreten sein wird.
Danksagungen an Vladi, Sören, Jens & Benjamin, für ihre jahrelange Arbeit im Stamm, und das Stammesgeschenk für alle runden die Feierstunde in der Burgruine von Balduinstein ab.
Der Burgabend nimmt im Felsenzimmer wieder Fahrt auf und zieht sich mit Gesang, Keksen und Beiträge von Älteren bis tief in die Nacht, die Teilnehmerzahl sinkt mit der fortschreitenden Zeit. Der Tag war anstrengend, aber schön!
Am Sonntag lässt uns ein schöner Gottesdienst zur Besinnung kommen. „Feuer und Flamme sein, sich anstecken lassen, andere anstecken, eine kleine Flamme sein, bei Gott kann man sich nicht verbrennen“, erreicht mein Ohr. Wie wichtig Licht doch für uns ist!

Gut Pfad!
minikoschi