Segen im Gepäck – Bundesgroßfahrt in die Sudeten

von: am: 12. September 2010 10:58

Zwei Wochen waren wir in Tschechien und Polen unterwegs. Der folgende Text stammt aus der Chronik vom 11. August 2010.

Heute heißt es Abschied nehmen von einem Ort, den wir alle sehr lieb gewonnen haben. Vorher bleibt aber noch die Zeit, zusammen Gottesdienst zu feiern und das ist echt cool. Wir waren einige Zeit auf der Grenze (Tschechien/Polen) unterwegs und um Grenzen überwinden geht es auch in unserem Gottesdienst. Wir erleben hier auf Großfahrt, dass es sicht lohnt, sich auf Neues einzulassen. Es gehört viel Hoffnung und Vertrauen dazu, Tag für Tag aufzubrechen und sich neu auf den Weg zu begeben – ohne die Sicherheit einer Unterkunft für die Nacht …

Nach dem Gottesdienst heißt es dann aber wirklich wieder aufbrechen nach zwei schönen Tagen hier auf dem  verlassenen Campingplatz. Drei Zweiergruppen trampen, die übrigen fahren mit dem Bus nach Wałbrzych (Waldenburg / Polen).  Martin und ich kommen gut voran – werden aber etwas außerhalb rausgelassen und müssen bis zum Treffpunkt noch eine halbe Stunde laufen. Dort angekommen wird sich ausgetauscht – ich traue meinen Ohren nicht. MiniKoschi und Fin wurden von jemandem mitgenommen, der ihnen erst die ganze Stadt gezeigt hat, und sie dann direkt an einem Schwimmbad vorbei gebracht hat, damit sie für uns die Öffnungszeiten und Busverbindung erfragen konnten. Bongo und Basti erging es noch besser. Sie konnten nicht die gesamte Strecke mitgenommen werden, doch der Fahrer hatte ihnen über Funkt einen Anschluss organisiert. So wurden sie dann von einem ehemaligen Pfadfinder mitgenommen – und vor einem Sippenheim von polnischen Pfadfindern abgesetzt. Dort wurden sie freundlich empfangen. Wir haben jetzt also eine Schlafplatz und wissen, wo das Schwimmbad ist. Voll Fett! Danke Gott!

Wenig später sind wir alle in unserer Unterkunft, freuen uns und brechen dann zum Schwimmbad auf. Die Busfahrt ist kostenlos, weil der Busfahrer kein Englisch oder Deutsch spricht und uns auf die Frage nach den Tickets einfach reinwinkt. Das Schwimmbad ist klein, aber fein. Es hat weder warmes Wasser, noch richtige Duschanlagen, aber für uns ist es jetzt genau das Richtige. Schnell springen wir alle rein – das Wetter ist famos.

Später sitzten wir auf der Wiese neben dem Becken – Minikoschi hat Hunger und hofft, dass Basti und Martin bald mit unserem Mittagessen hier auftauchen. Kaum hat er das gesagt, kommt ein Mann mit einer Tüte Obst (Renekloden) und schenkt sie uns. Wir können uns kaum halten vor Lachen, denn der Mann spricht weder deutsch noch englisch und hat Minikoschi bestimmt nicht verstehen können als er seinen Essenswunsch geäußert hatte. Gott ist echt cool drauf, da sind wir uns ziemlich einig.

Wir spielen dann noch ein bisschen Fußball mit einer Horde Kinder und machen jede Menge lustige Fotos. Abends kochen wir Abendessen auf Benzinkochern vor dem Haus, weil es keinen Herd gibt. Ein paar Jugendliche sprechen uns auf gebrochenem Deutsch an, und wir unterhalten uns noch ein bisschen über Fußball. Wie immer beschließen wir den Tag mit einem Abendlob. Gute Nacht!

Christoph Kosmehl
Pfadfinderführer in Wiesbaden