Späherlager 2016

von: am: 7. September 2016 12:49

18. Juli 2016, es ist wahnsinnig heiß, die Sonne brutzelt ohne Unterlass und es ist weit und breit kein Wölkchen zu sehen. Der Reisebus erreicht den Dorfplatz einer kleinen Gemeinde und es geht los: Vor uns liegen drei Tage Hajk in der Westpfalz. Ziel ist der 30 Kilometer entfernte Lagerplatz von Pongo in Reuschbach.

Trotz des heißen Wetters und vielen Höhenmetern kommen alle sechs Hajkgruppen letztendlich wohlbehalten an und sind stolz auf die Tour, die hinter ihnen liegt. Es war zwar anstrengend, aber die Anstrengung hat zusammengeschweißt. Insgesamt 64 Pfadfinder können sich nun auf zwei Wochen gemeinsames Abenteuer im Freien, wie sie es schon von den Lagern davor kennen, freuen.

 

Neben vielen Singerrunden, Ringspiel, Burgenkampf und Andachten hat jedes Lager sein eigenes gewisses Etwas, das sich erst im Laufe aus der Gemeinschaft und der Atmosphäre ergibt. Dieses Lager ist, besonders mit Blick auf das Bundeslager im vergangenen Jahr etwas kleiner. Das führt dazu, dass man auf dem Platz nicht so weit laufen muss, dass jeder jeden kennenlernen kann und dass man mehr vom Lagerleben mitbekommt. Das Lager ist klein aber fein, gemütlich und begleitet von einer tollen Atmosphäre, die ganz entscheidend von der pfadfinderischen Gemeinschaft und vom diesjährigen Lagerthema geprägt ist: Römer.

 

So handelt es sich bei dem Lagerplatz um die Stadt Karthago, die von dem bösen, räuberischen Trupp der Punier angegriffen wird und beinahe schon besetzt ist. Zum Glück jedoch reisten mit dem Hajk einige tapfere Verteidiger an. Sie werden von einem extra aus Rom angereisten, wichtigen Legionär namens Vesperanus unterstützt und geleitet, die Punier zu vertreiben und zu besiegen, was auch im Rahmen des Geländespiels gelingt. Eigentlich jedoch ist es die Absicht des Legionärs, einem gewissen Jesus aus Nazareth zu begegnen, der in der Umgebung für mächtig Aufruhr sorgt. Man sagt, er predige von irgendeinem absurden Reich Gottes und hetzt die Menschen gegen die römische Macht auf. Je mehr Vesperanus von Jesus erfährt, desto mehr ist er gespannt darauf, ihn zu hören und zu verstehen, denn nach allem, was er so mitbekommen hat, klingen Jesu Erzählungen gar nicht so blöd.

 

Das Römerlager ist jetzt schon einige Wochen vorbei, sogar die Schule hat wieder angefangen. Es wird also schon Zeit sich in Erinnerung an das Geländespiel, den Schwimmbadtag, das vom Nicer-Dicer genicer-dicte leckere Essen und was da noch alles in den Köpfen herumschwirrt, auf das nächste Lager zu freuen.

 

Friedrich von Bieberstein (Sf, VII/AS)